21. Juli 2020

Und dann kam der Sommer doch…

Unglaublich, aber wahr – der Sommer hat uns doch noch erreicht. Inzwischen liegen wir hier seit ca einer Woche und hatten tatsächlich Sommerurlaub – wir haben die Hoffnung schon fast aufgegeben…. Die ersten beiden Tage war es hier tatsächlich so warm, dass wir unsere Sachen an den kleinen Strand der Bucht geschippert haben und dort den ganzen Tag verbrachten. Es war so warm, dass wirklich jeder sich mal in die Ostsee gewagt hat, um für Abkühlung zu sorgen. Die Kinder haben es natürlich in vollen Zügen ausgekostet und sind erst wieder rausgekommen, wenn die Zähne schon klapperten. Auch der Opti wurde hier ordentlich – abwechselnd vom Gespann Lilli und Mara und von Finn – ausgetestet. Langsam haben sie scheinbar Geschmack daran gefunden. Lilli und Mara sind sogar einmal über die Bucht gesegelt, um dort anzulegen und sich ein Eis zu kaufen.

Gestern haben wir die kühleren Temperaturen genutzt, um eine kleine Wanderung nach Ommel zu unternehmen. Auch schon deshalb, weil zwei Tage Strand hintereinander erst einmal ausreichten…. Der Weg führte uns an der steinigen Küste entlang, welche durchaus manchmal eine kleine Herausforderung für uns Wanderer darstellte. In Ommel angekommen war dort gar nicht so viel zu entdecken, obwohl der Ort über zwei Häfen verfügt, ist er doch sehr klein und verschlafen…. Ein bisschen Krabben fangen hier und Boote gucken da und dann machten wir uns schon auf den Rückweg. Es war eine nette Wanderung und hier kann man gut den Spruch anwenden: Der Weg ist das Ziel… Auf dem Rückweg nahmen wir einmal den falschen Abzweig und befanden uns plötzlich auf einem riesigen Privatanwesen. Erst auf den zweiten Blick erkannten wir, dass es sich nicht um Picknickbänke für die Allgemeinheit handelte, sondern dass der lauschige Platz am Teich dann wohl doch eher privat ist. Dieses Grundstück war so groß, dass wir einfach nicht mehr herunter gefunden haben. Irgendwann fragte Heiko dann die Besitzerin, wo wohl der Wanderweg ist, den wir die ganze Zeit suchten…. Nach kurzem Gelächter der Hausherrin, zeigte sie uns den Weg direkt hinter ihrem Haus und fügte dankenswerterweise noch hinzu, dass sich wohl ständig Wanderer auf der Suche nach dem blauen Wanderweg auf ihr Grundstück verirrten….

Wir liegen heute hier in Marstal den letzten Tag, denn morgen werden wir uns tatsächlich auf den Rückweg machen. Zielhafen: Fehmarn – die Moral der Crew hat ein wenig unter den anstrengenden Überfahrten nach Fehmarn und Bagenkop genagt, aber da der Wind morgen aus der „richtigen“ Richtung kommt und er (hoffentlich) auch nicht so böig wird, wie auf der Hinfahrt, ist morgen der Tag der Tage… Das heißt aber natürlich auch, dass der Urlaub bald zu Ende ist und wir die letzten Tage vor uns haben. Wir freuen uns auch schon wieder auf zu Hause, aber natürlich sind die Kinder schon ein bisschen im Trennungsmodus. Ein paar Tage haben wir ja noch und die werden wir noch genießen.


16. Juli 2020

Endlich wieder Marstal

Zum Glück hielt der Wetterbericht, was er versprach und endlich schien die Sonne zumindest zeitweise und der Wind lies nach. Ein bisschen Sommer hatten wir uns schließlich verdient. Wie wir es uns vorgenommen haben, unternahmen wir also unsere kleine Wanderung auf Langeland. Mitten durch schöne schattige Wälder, vorbei an weiten Kornfeldern und entlang der idyllischen Steilküste verbrachten wir einen wunderschönen Tag. Endlich konnten wir uns mal ein bisschen erholen von dem steten Wind. Ohne diesen wurde es auch gleich so warm, dass die Kinder den dringenden Wunsch verspürten, ins Wasser zu gehen. Diesen Punkt auf der Sommerurlaubsliste konnten wir somit zumindest schon mal abhaken. Nach dieser Erfrischung in der Ostsee führte uns der Ausflug zu den auf der Insel lebenden Wildpferden. Unser Gepäck war dann allerdings um einiges schwerer, als vorher – der Strand bot nicht nur Abkühlung, leider war er überfüllt von schönen Steinen und einer war schöner als der andere….. Im Gehege der Wildpferde angekommen, gab es erstmal eine Fotosession… Als dann jedoch die gesamte Herde auf uns zulief, überkam uns allen ein mulmiges Gefühl und wir sahen zu, das Wildpferdgehege zu verlassen. Vermutlich wollten die Pferde nur zufällig in unsere Richtung, es sieht jedoch ziemlich beeindruckend aus, wenn ca 30 Pferde zugleich auf dich zukommen.

Am nächsten Tag sollte uns das Sommerglück auch schon wieder verlassen. Der Wind war zwar noch immer erheblich weniger als zuvor, aber es war regnerisch und trüb. Wir beschlossen, die einzig größere Stadt auf Langeland zu besuchen – Rudkøbing. Wir liefen die Einkaufsmeile einmal hoch und wieder runter und die Kinder konnten zumindest ein bisschen in den Spielzeugläden gucken, was Dänemark so zu bieten hat. Der Besuch einer Windmühle war auch recht abenteuerlich – gerade, wenn man sich wie Mara, Finn und Heiko bis ins oberste Stockwerk des noch in Sanierung befindlichen, aber zur Besichtigung freigegebenen, Bauwerks hochgearbeitet hatte…

Gestern verlegten wir unseren Hafensitz nach Marstal – endlich wieder Marstal! „Ist das der Hafen, wo….“ fragten uns die Kinder andauernd mit immer wieder neuen Eigenschaften, die ihnen noch in Erinnerung geblieben sind… in vielen Fällen konnten wir die Fragen mit „ja“ beantworten. Es ist eben ein Hafen, der uns allen irgendwie ans Herz gewachsen ist. Wie üblich in diesem Urlaub kam der Wind, wenn man das leise Lüftchen Wind nennen will, direkt aus Marstal. Diesmal versuchten wir nicht einmal unter Segel voranzukommen, sondern motorten uns die zwei Stunden von Bagenkop nach Marstal. Mittags angekommen machte der Hafen schon den Eindruck, als ob es keinen Platz mehr gab. Zum Glück war der Rundsteg doch noch recht frei – was sich innerhalb der nächsten Stunde allerdings schlagartig ändern sollte. Ein selbst gebasteltes „Besetzt“-Schild sollte dafür sorgen, dass die Puffin direkt in der Box neben uns anlegen konnte. Da sie noch ein paar Fische aus der Ostsee angeln wollten, brauchten sie ein, zwei Stündchen länger, um hier her zu kommen. Zum Glück hielten sich alle an unser Schild, obwohl sich einige Boote erst in letzter Minute dazu entschieden, nicht in die Box zu fahren. Nun liegen wir hier nebeneinander und warten auf den versprochenen Sommer. Dieser soll sich im Laufe der Woche tatsächlich einstellen …. Der Opti wurde heute von Heiko und Finn jedenfalls schon mal eingeweiht.


12. Juli 2020

Wir schaukeln uns so ein

Was soll ich sagen, es ist windig, es ist kalt, es ist wellig. Was es allerdings nicht ist, sonnig, warm oder gemütlich. Vieles muss wetterbedingt eher unter den Kuchenbuden stattfinden, denn an frischer Luft. Auch heute zieht es wieder in alle Knopflöcher und wir verkriechen uns. Hinter uns liegt die gestrige Fahrt nach Bagenkop.

Wir entschieden uns statt vorgestern unter Motor im Regen, bei Sonnenschein allerdings mit mehr Wind nach Bagenkop zu fahren. Wind und segeln klingt erstmal nach einem guten Plan. Wenn der Wind jedoch, wie schon auf der Fahrt nach Fehmarn und auch auf der gestrigen Fahrt, aus ziemlich genau der Richtung kommt, wo wir hin wollen, ist das kein angenehmes Segeln, sondern eher gegen den Wind kämpfen. Da die Yuendumu nicht so hoch am Wind fahren kann, versuchten wir anfangs unsere Position unter Motor zu optimieren, um dann unter Segel, Bagenkop entgegen zu fahren. So die Theorie….

Die Realität sah anders aus. Wir hätten wohl mehr „optimieren“ müssen oder einfach eine andere Richtung einschlagen sollen. Da aber dank Corona, zumindest offiziell, nicht jeder dänische Hafen deutsche Segler aufnimmt, war unsere Auswahl ein wenig beschränkt. In Dänemark angekommen, interessiert es allerdings niemanden, ob wir unseren Einreise-Wisch ausgefüllt haben oder nicht…. Angesichts der beiden hinter uns liegenden Fahrten haben wir uns geschworen, das nächste Mal nicht so gegen den Wind zu kämpfen und lieber ein anderes Ziel zu wählen… Aber bei aller Anstrengung und erschöpfenden Überfahrten sind wir natürlich froh, überhaupt Urlaub machen zu können. Und es handelt sich ja dieses Jahr auch nur um eine abgespeckte Dänemark-Runde. Wir werden hier noch ein paar Tage verweilen und für die nächste Fahrt nach Marstal hoffentlich ein besseres Wetterloch abpassen. Morgen soll sich wohl das Wetter ein wenig bessern. Heute haben wir die Sonne nur beim Frühstück gesehen, danach war der Himmel immer bedeckt und es war stark windig. Sollte das Wetter morgen wirklich halten, was es heute verspricht, werden wir wohl eine kleine Wanderung hier auf Langeland unternehmen. Die Reiseführer jedenfalls schwärmen sehr von schönen Landschaften, das will überprüft werden. Ansonsten gibt es nicht so viel zu tun  hier – eine typisch ländliche Gegend in Dänemark…


9. Juli 2020

Auf nach Fehmarn

Doch noch ein Segelurlaub in diesem Jahr trotz Corona. Lange war unklar, ob dies überhaupt möglich war, da wir erst seit Anfang Juni überhaupt zur Yuendumu nach MV einreisen durften. Und jetzt sitzten wir hier im Regen ein der typischen Westwindlage in Fehmarn und überlegen, gemeinsam mit unseren Freunden von der Puffin, wie und wohin wir weiterfahren werden.

 

Wie in jedem Jahr brauchten wir noch das halbe Wochenende, um die letzten Besorgungen zu machen und das Boot wieder fit für den Sommertörn zu bekommen. Dank Corona konnten wir einige Arbeiten, die wir uns für das Frühjahr vorgenommen hatten, nicht durchführen und so konnte nur das Nötigste gemacht werden, damit es losgehen konnte. Am Samstag musste zumindest das Unterschiff noch von den vielen Seepocken befreit werden, insbesondere die Schiffsschraube, da mit eine realistische Chance haben, um aus dem Hafen zu kommen. Denn der Wind blies stetig aus W bis SW, was das Ablegen erschwert, da wir gegen unsere Kaimauer gedrückt werden und nur unter dem Einsatz von einigen Tampen den Bug von unserem Langkieler durch den Wind gedrückt bekommen. Leider nahm der Wind stetige von 5 auf 6 Bft mit Böen von 8-10 zu und die Welle draußen in Richtung Fehmarn stieg stetig von 1.50 auf 2m an. So entschlossen wir uns notgedrungen unsere Abreise erst einmal zur verschieben. Zum Leidwesen unserer Kinder, da sie natürlich auf ein zügigen Start gehofft hatten, um möglichst schnell ihre Urlaubdsfreunde von der Puffin zu treffen, die dort schon eine Woche im durchmischten Sommerwetter verbracht haben.

Aber was soll’s, am Dienstag ging es dann endlich los, nachdem der durchziehende Sturm sich ein wenig gelegt hatte. Mit dem dritten Reff im Groß machten wir uns auf dem Weg die Warnow hoch zur Ostsee zu fahren. Dort schlug uns die aufgewühlte See mit immer noch 1.5m entgegen und wir fuhren bei 4 Bft unter vollen Maschinenleistung erst einmal gegen die See in Richtung Kühlungsborn an, um ein wenig Höhe zu gewinnen, damit wir später hoch am Wind Kurs auf Burg Tiefe Fehmarn nehmen zu können. Glücklicherweise drehte der Wind wie angekündigt mehr auf West und wir konnten endlich Segel setzen. Groß und Klüver wurden gesetzt. Doch so hoch am Wind war es nur unter Einsatz der Maschine möglich den Kurz zu halten. Je weiter wir uns Fehmarn näherten, desto mehr nahm der Wind zu.

Bis ca. 10 SM vor Burg Tiefe hatten wir stetigen Wind und sogar die Sonne war uns wohl gesonnen und wir machen mit 6 Knoten wieder alles gut an Zeit was wir mit unseren 3 Knoten unter Motor gegen die Welle verloren hatten. Dann zogen jedoch leider die angekündigten grauen Wolken auf, die Sicht wurde schlechter, der Regen setzte ein und der Wind drehte, dass wir alle Segel bergen mussten, um Kurs auf den Yachthafen zu nehmen. Wieder einmal streikte unsere Klüverrollanlage unter dem starken Wind. Wir konnten das Segel nicht komplett einrollen. Der Wind zerrte am Segel und wir mussten es bergen. Zur Einfahrt in den Hafen nahm der Wind ein wenig ab und auch der Regen machte ein kleine Pause, so dass wir am Kopf von Steg 5 festmachen konnten, den die Puffin Crew zurvor durch Verlegen ihres Bootes in eine Box, freigemacht hatten.