Von: Katja HartfielKatja Hartfiel

Gehlsdorf – Gedser – Klintholm – Skanoer

Was lange wäret… Nun endlich, nachdem schon fast zwei Wochen unseres Urlaubes um sind, gibt es mal den ersten Eintrag. Wir wollten es mal wieder wagen! Wir wollten uns in Richtung Schweden vorkämpfen. Ein bisschen fühlte es sich anfangs an, wie ein Deja vue. Wieder lagen wir einige Tage in Klintholm. Wieder fegte der Wind über die Ostsee. Wieder kamen wir nicht so schnell voran, wie wir es gerne gewollt hätten. Beinahe wäre der Wunsch nach Schweden zu segeln erneut am Starkwind gescheitert, aber anders als in den Jahren zuvor gab es dann doch ein paar mehr ersehnte Wetterfenster. Die erste Überfahrt motorten wir uns komplett in unseren beinahe angestammten Ersthafen „Gedser“. Ganz der Tradition folgend, grillten wir, die Kinder kescherten, hielten die Füße ins Wasser… Also, im Prinzip, alles wie immer. Die letzten Jahre zeigten uns, dass nur ein sehr spontaner Blick in die Wetterkarten uns wirklich Klarheit darüber verschaffen könnte, wann wir starten können und wohin es uns verschlägt. Am 1.8. waren die Verhältnisse gut genug und wir segelten Richtung Klintholm. Der Wind blies von hinten, jedoch eher mäßig, so dass wir im Schnitt nur mit ca. 3,5 Knoten voran kamen. An diesem Tag hatte die Carpe Diem bessere Chancen. Sie war um einiges schneller und kam dementsprechend früher an. Sie hielt uns einen Platz an der Kaimauer frei. Bei unserer Ankunft wechselten wir die Plätze und die Carpe Diem legte sich längs an uns heran. Und dann kam ein bisschen: „und täglich grüßt das Murmeltier“. Der Wind fegte nur so über uns hinweg. Wir lagen wieder mit der ungünstigeren Seite an der Kaimauer, so dass sich unsere Fender zwischen die Bohlen zu quetschen drohten. Doch auch wenn alles ein bisschen an unseren letzten Aufenthalt erinnerte, kam es dann doch noch anders.  Sechs Tage später legten wir bei guten Verhältnissen in Klintholm ab und segelten doch tatsächlich nach Schweden. Wieder mit Wind von hinten. Doch dieses Mal ein wenig kräftiger. Wir schafften es mit Strömung auf 5,6 bis 6 Knoten. Wir kamen also gut voran. Die Sonne schien. Es war wirklich ein schöner, wenn auch langer Segeltag. Einzig Bauchschmerzen verursachten sämtliche Berichte von der voraussichtlichen Überfüllung des Hafens. Skånör ist in den Sommermonaten so beliebt, dass die Boote hier teilweise in 4er-Päckchen liegen. Wir kamen also gegen halb fünf hier an und der Hafen war dicht. Wir entschieden gemeinsam mit der Crew der Carpe Diem, die Nacht über vor dem Hafen zu ankern und hofften am nächsten Morgen einen Platz im Hafen zu finden. Am nächsten Morgen sah es allerdings von unserem Ankerplatz so aus, als ob nur kleine Boote den Hafen verlassen und wir eventuell, zum großen Leidwesen der Kinder, unsere Flotte trennen müssen, denn die Kosogs hätten dann auf jeden Fall einen Platz gefunden. Wir stellten uns allerdings schon darauf ein, einen Hafen weiter liegen zu müssen. Doch dann war das Glück auf unserer Seite! Gerade als wir in den Hafen einfuhren, kam uns eine Yacht entgegen, die zuvor einen für uns idealen Liegeplatz belegt hatte. Bevor irgendjemand anders diesen überhaupt sehen konnte, lagen wir auch schon da. Nun sind wir hier schon ein paar Tage hier. Und genießen ein bisschen Flair von Bullerbü … Schwedenhäuser, Sandstrand, Sommer, Sonne, Urlaub… Gestern machten wir einen Ausflug nach Malmö. Eine wirklich schöne Stadt. Und ganz im Gegensatz zu den dänischen Städten, die wir bisher so besucht haben, eine richtige Großstadt. Die großen Mädels fieberten eigentlich schon seit Ankunft in Malmö, der versprochenen Shoppingtour entgegen. Und ganz zielstrebig steuerten sie auch wie zwei aufgeregte Hühner dem hiesigen H & M entgegen. Heute standen die Zeichen komplett auf Strand. Der Wind lies komplett nach und es fühlte sich an wie Hochsommer… Morgen soll die Reise weiter gehen. Nun schon mal ein wenig in Richtung Heimat. Wir werden dann wieder im vertrauten Dänemark sein, dass tatsächlich ganz schön anders tickt, als Schweden. Wir brauchten hier in Schweden eine gewisse Zeit, um uns darauf einzustellen, dass man hier kein Bargeld braucht und man teilweise schon gar nicht mehr mit Bargeld bezahlen kann. Jeder kleine Latte Macchiato wird hier mit Kreditkarte bezahlt. Ein bisschen ist es hier manchmal wie ein Blick in die Zukunft! Wohingegen man sich in Dänemark ein paar Jahre zurück gebeamt fühlt. Zwei Länder, so dicht beieinander und doch sehr verschieden.

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